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04.05.10

Grüne inspirieren sich bei der Hauptstadtregion Washington

Nach einem kurzen Rückblick auf die vergangenen Wahlen richteten die Grünen Kanton Bern das Augenmerk auf ein wichtiges Zukunftsprojekt: Inhaltliches Hauptthema der Delegiertenversammlung war die Hauptstadtregion Bern. Als Gast referierte Heike Mayer, Professorin für Wirtschaftsgeografie der Universität Bern. Die Delegierten verabschiedeten zudem eine Resolution, in der sie den Regierungsrat auffordern, die Initiative Bern erneuerbar rasch vorzulegen und umzusetzen. Die Ölkatastrophe in den USA zeigt, dass es keinen anderen Weg als den über erneuerbare Energien gibt.

Blaise Kropf, Präsident der Grünen Kanton Bern, zog zu Beginn der Delegiertenversammlung eine kurze Wahlbilanz. Er betonte, dass die Enttäuschung über das ungenügende Ergebnis bei den Grossratswahlen nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass die Grünen das zweitbeste Resultat seit 20 Jahren geschafft haben. Bei SVP und BDP lief die Mobilisierung optimal und wurde zugleich durch die Showdown-Stimmung in den Medien begünstigt. „Die wichtigste Lehre für uns ist, dass eine gute Mobilisierung absolut notwendig ist. Und diese gibt es für die Grünen nicht mehr zum Nulltarif.“ Regierungsrat Bernhard Pulver bedankte sich für die Unterstützung durch die Partei. Er äusserte die Erwartung, dass die BDP aufgrund ihres Wahlerfolges in besonderer Verantwortung steht. „Sie kann nicht die gleiche Politik betreiben wie die SVP, sonst hat sie ein Rechtfertigungsproblem.“

Heike Mayer, Professorin für Wirtschaftsgeografie, zeigte in ihrem Referat auf, wie es Washington geschafft hat, sich selbstbewusst als Hauptstadtregion zu positionieren und diese Funktion auch wirtschaftlich zu erkennen und zu fördern. Sie skizzierte, wie Bern, im kleineren Rahmen, von diesem Ansatz profitieren könnte. Gefragt sind nun konkrete Schritte: Sie regte an, eine genaue Analyse des Bernischen Wertschöpfungssystems zu machen und die Ausrichtung der Politik auf herausragenden Eigenschaften der Hauptstadtregion zu fokussieren.

 

Neue Köpfe in den Vorständen
Die Delegierten wählten Tanja Espinoza Haller von der Grünen Freien Liste Stadt Bern neu in den Vorstand der Grünen Kanton Bern. Espinoza Haller ist Pädagogin und sitzt seit April 2009 im Berner Stadtrat. In den Vorstand der Grünen Schweiz wählten die Delegierten neu Kathy Hänni, Grossrätin und Biobäuerin aus Kirchlindach. Die beiden ersetzen Marlise Hubschmid, die sich viele Jahre auf verschiedenen Ebenen bei den Grünen stark engagiert hat.

Die Grünen Kanton Bern beschlossen einstimmig die Unterstützung der kantonalen Initiative „Faire Steuern – Für Familien“. Die Delegierten sprachen sich zudem einstimmig dafür aus, auf nationaler Ebene das Referendum gegen die 4. Revision der Arbeitslosenversicherung zu unterstützen.

In einer einstimmig verabschiedeten Resolution (siehe Anhang) fordern die Grünen Kanton Bern den Regierungsrat auf, die Energieinitiative Bern erneuerbar so rasch wie möglich mit zustimmendem Antrag vorzulegen und umzusetzen. Würden die Milliarden Dollar, welche die USA wegen der Ölpest nun in Rettungs- und Sanierungsmassnahmen einsetzen müssen in erneuerbare Energien investiert, könnten sowohl Umwelt als auch Wirtschaft nachhaltig profitieren.

Weitere Auskünfte:
Blaise Kropf, Präsident, 079 263 47 68
Daphné Rüfenacht, Vize-Präsidentin, 076 510 86 99