Medienmitteilung: Gesundheit & Klima – Yes we care!

Gesundheit & Klima

YES, WE CARE

Neuste Studien der Universität Bern weisen nach, dass die vom Menschen verursachte Klimaerwärmung im Unterschied zu vorindustriellen Klimaschwankungen auf der ganzen Welt gleichzeitig und enorm rasch erfolgt. Wir haben ein globales Problem von einer bedrohlichen Dimension. Das nationale Parlament muss deshalb in der nächsten Legislatur ein griffiges CO2-Gesetz verabschieden und die Energie- und Verkehrswende beschleunigen. Das geht nur mit einer Stärkung der GRÜNEN im nationalen Parlament. Dazu wollen auch die GRÜNEN im Kanton Bern ihren Beitrag leisten. «Unser Ziel ist der Gewinn eines zusätzlichen dritten Sitzes im Nationalrat und der Gewinn eines Ständeratmandats.» sagte Jan Remund, Co-Präsident GRÜNE Kanton Bern, an der heutigen Medienkonferenz. 

Die Grünen wollen den Klimaschutz in der nächsten Legislatur in sechs Schritten rasch und entschlossen vorwärtsbringen“, zeigte Nationalrätin Regula Rytz auf. Aber: Die Klimaerhitzung kann nicht sofort abgebremst werden, sondern wird uns selbst beim Erreichen des 1.5-Grad-Zieles vor enorme Herausforderungen stellen. Das zeigen alle Studien und auch dieser Hitze-Sommer eindrücklich. Das macht neben der Prävention auch die Adaption notwendig. Es geht um Themen wie Hochwasserschutz oder Anpassungen in der Land- und Forstwirtschaft, aber auch um den Gesundheitsschutz.

Die Auswirkungen auf die Gesundheit werden auch bei Einhaltung der globalen Klima-Ziele gross sein. Hitzewellen sind die leisesten und doch tödlichen Wetterkatastrophen. Im Jahr 2003 starben europaweit mehr als 40’000 Menschen vorzeitig – in der Schweiz knapp 1’000. In vielen Ländern wurden danach Massnahmen ergriffen – in der Schweiz allerdings nur zaghaft, lokal und vorab in den französischsprachigen Gebieten.

Im Bereich der Klimaanpassung sind vor allem die Kantone gefordert. Der Kanton Bern muss neben dem Klimaschutz auch den Schutz der Menschen vor den nicht mehr vermeidbaren Klimaveränderungen vorantreiben. In Städten und Agglomerationen ist die Hitzebelastung besonders gross, denn die vielen versiegelten Flächen absorbieren die Sonnenstrahlung und heizen die Umgebung auf. «Die Art und Weise, wie die Häuser, Strassen und Städte gebaut sind, hat auch grossen Einfluss auf das lokale Klima. Hier müssen wir ansetzen.» führte Aline Trede, Nationalrätin an der Medienkonferenz aus. Städte können den sogenannten Hitzeinseleffekt reduzieren, indem sie den Aussenraum klimaangepasst gestalten.

Hohe Temperaturen begünstigen auch die Bildung von bodennahem Ozon. Wie im letzten Jahr, haben wir auch in diesem Jahr im Kanton Bern massive Überschreitungen des Ozongrenzwertes. Zahlreiche Studien über Ozonbelastung belegen den Zusammenhang zwischen der Ozon-Konzentration und Atemwegserkrankungen, Herz-Kreislaufkrankheiten und Todesfällen. Grossrat Kilian Baumann fordert deshalb: «Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen auf 80 km/h, sobald der Ozon-Grenzwert überschritten wird. Und eine ökologisch ausgerichtete Besteuerung der Motorfahrzeuge als Lenkungsmassnahme.»

Einzelne Kantone haben aufgrund von Empfehlungen des Bundes Hitzeaktionspläne beschlossen. Christine Badertscher, Vizepräsidentin GRÜNE Kanton Bern, fordert vom Kanton Bern «einen Aktionsplan nach dem Vorbild der Westschweizer Kantone. Dabei muss älteren Menschen, Pflegebedürftigen, sowie Menschen, die draussen arbeiten die nötige Aufmerksamkeit geschenkt werden, damit sie während den Hitzetagen weniger Gefahren ausgesetzt sind.» Beispielsweise soll es für Ältere und andere besonders gefährdete Menschen Hitzepatenschaften geben, also Freiwillige, die sich um einzelne Personen kümmern. In den Städten Genf und Lausanne, die einen Massnahmenplan haben, ist das hitzebedingte Sterberisiko zwischen 2003 und 2013 zurückgegangen.

Redetexte_MK_Grüne_190808_DE