Hohe Kosten, grosser Schaden: Kostenexplosion bei Zufahrt Emmental

Die Mitwirkungsunterlagen zur Zufahrt Emmental zeigen auf, dass die Kosten mit rund 650 Millionen Franken extrem hoch sind und damit rund 75 Prozent höher liegen, als bislang vermutet. Diese Kostenexplosion muss aus Sicht der Grünen Kanton Bern dazu führen, dass das Projekt endgültig begraben wird, verschlechtert sich doch das Kosten/Nutzen-Verhältnis massiv.

Ohne (unrealistisch) hohe Beiträge von Seiten des Bundes dürften die Umfahrungen kaum zu bezahlen sein. Die verquere Strategie des Regierungsrats, die Gelder vom Tram Region Bern für die neuen Umfahrungsstrassen zu nutzen, geht damit definitiv nicht auf.

Die Grünen lehnen die Umfahrung aber auch aus folgenden Gründen ab:

  • Der Nutzen für die Wirtschaft ist klein – der geringe Zeitgewinn kann die hohen Kosten niemals aufwiegen.
  • Die Schäden für die Umwelt sind massiv: Nur schon der Kulturlandverlust, direkt durch die Strasse und indirekt durch die damit verstärkte Zersiedelung des oberen Emmentals ausgelöst, ist aus raumplanerischer Sicht nicht akzeptabel.
  • Die Variante “Null+” erlaubt eine Sanierung der Ortsdurchfahrten (Emmental und Aarwangen) und die Förderung des Langsamverkehrs ohne Mehrverkehr auszulösen.

Das Projekt widerspricht zudem den Zielen des Kantons und den Richtlinien des Regierungsrats:

  • Es widerspricht den Nachhaltigkeitszielen, da die Umweltschäden massiv sind.
  • Es widerspricht den Zielen der Verkehrsplanung, die angebotsorientiert und nicht nachfrageorientiert sein soll.
  • Die Verkehrsbelastungen an den beiden Achsen sind zwar hoch – aber im Vergleich zu Städten wie Bern, Köniz oder Biel auch mit anderen Lösungen zu bewältigen. Mit der Argumentation des Kantons müssten Dutzende, wenn nicht hunderte Umfahrungen im Kanton Bern gebaut werden.

Als positiven Punkt anerkennen die Grünen, dass mit den Mitwirkungsunterlagen sowohl die Variante Null+ als auch die Umfahrungsvarianten vergleichbar sind. Allerdings sind wichtige Nachteile der Neubauvarianten, wie zum Beispiel das Ausmass des Kulturlandverlusts, in den Unterlagen nicht enthalten.

Für weitere Auskünfte:

Jan Remund, Co-Präsident Grüne Kanton Bern, 079 917 15 29
Daniel Bachofner, Präsident Grüne Emmental, 079 442 96 85