Ideen der Grünen Wirtschaft spriessen im Kanton Bern

Konkrete Forderungen der Grünen Wirtschaft fallen im Kanton auf fruchtbaren Boden. So wurden im Grossen Rat vier grüne Vorstösse zum Thema Abfallvermeidung, Kunststoff-Recycling und nachhaltiges Beschaffungswesen überwiesen. Die Grünen werten die breite politische Akzeptanz der Forderungen als positives Signal.

Die Zahlen erschrecken: 729 kg Abfall produzieren wir heute pro Kopf. Im Jahr 1990 waren es noch 603 kg pro Kopf. Der beste Abfall ist jener, der gar nicht erst anfällt. Mit einem Vorstosspaket „Sixpack Grüne Wirtschaft“ verlangte die Grüne Fraktion, dass im Kanton Bern ein Wechsel beim Umgang mit Abfall und Entsorgung stattfindet: Nach dem ökonomischen Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist Abfall ein Rohstoff – die eingesetzten Rohstoffe werden wieder möglichst vollständig in den Produkti­onskreislauf zurückgeführt. Grossrat Bruno Vanoni postuliert; „Wo Abfall nicht ver­mieden werden kann, soll auf die Verminderung und schliesslich auf die Verwer­tung zurückgegriffen werden.“ Ohne Gegenstimmt hat der Grosse Rat seine Motion überwiesen, die eine Überarbeitung des kantonalen Sachplans Abfall fordert. Dies mit dem Ziel, mehr Gewicht auf die Abfallvermeidung zu legen.

Ebenfalls überwiesen wurden zwei Vorstösse zum Thema Kunststoff. Fraktionspräsidentin Andrea De Meuron freut sich über die breite politische Unterstützung: „Im Kanton Bern sind Massnahmen zur Vermeidung und Wiederverwertung von Abfall politisch breit abgestützt.“ Auch ein Prüfauftrag zur Verstärkung der Nachhaltigkeit im öffentlichen Beschaffungswesen, der die Berücksichtigung von sozialen und ökologischen Kriterien fordert, fand eine breite Mehrheit. Natalie Imboden, Grossrätin und Co-Parteipräsidentin, bilanziert: „Die Ideen der Grünen Wirtschaft sind – unabhängig vom Abstimmungsverhältnis zur Initiative – im konkreten Fall mehrheitsfähig. Die Grüne Wirtschaft spriesst im Kanton Bern.“

Leider verpasste das Kantonsparlament die Chance, den Kanton Bern der internationalen Allianz „Blue Community“ beitreten zu lassen. Diese Allianz, der beispielsweise die Stadt Bern, andere Gemeinden und insbesondere Kirchgemeinden beigetreten sind, macht den Zugang zu Wasser global zum Thema und propagiert das Trinken von Leitungswasser an Stelle von Mineralwasser.

Eine grüne Motion, die den Rückzug aus Investitionen in fossile Energien durch den Kanton und kantonsnahe Unternehmungen fordert, wird im Januar 2017 behandelt.

Vorstosspaket (PDF)

Für weitere Auskünfte:

Andrea De Meuron, Fraktionspräsidentin, Grossrätin Grüne, Mobile: 079 695 75 75
Bruno Vanoni, Fraktionsvizepräsident, Grossrat Grüne, Mobile: 079 405 65 52
Natalie Imboden, Co-Präsidentin, Grossrätin Grüne, Mobile: 079 706 62 84