Medienmitteilung der Grünen Oberaargau: Inakzeptable Umfahrung – hohe Kosten, grosser Schaden!

An der gestrigen Mitgliederversammlung haben die Grünen Oberaargau einstimmig die Umsetzung der Variante Null+ gefordert (Optimierung der Ortsdurchfahrt Aarwangen). Der Bau einer Umfahrung ist ineffizient: er verursacht hohe Kosten, richtet grossen Schaden in der Umwelt an und verbessert die Verkehrssicherheit in Aarwangen kaum. Die Variante Null+ dagegen erlaubt eine Sanierung der Ortsdurchfahrt und die Förderung des Langsamverkehrs ohne Mehrverkehr auszulösen. Nur diese Variante kann vom Kanton auch ohne Bundesgelder finanziert werden.

Der Bau einer Umfahrung löst die Verkehrsprobleme in Aarwangen nicht. Einerseits bleibt das Verkehrsaufkommen in Aarwangen beträchtlich. Andererseits ist absehbar, dass der Verkehr im Fall drohender Überlastungen bei den Knoten Dreilinden und Bützberg-Umfahrung (Anschluss Süd) weiterhin durch Aarwangen strömt. Zusätzliche Probleme durch den Mehrverkehr entstehen insbesondere in Langenthal und Bützberg. Eine angemessene Entlastung der Ortsdurchfahrt Aarwangen ergibt sich erst mit zusätzlichen flankierenden Massnahmen (Ortsdurchfahrt mit Tempo 30, Sperrung der Ortsdurchfahrt für Durchgangs-/ Transitverkehr). Diese Massnahmen hätten allerdings negative Auswirkungen auf das lokale Gewerbe.

Der Bau einer Umfahrung verbessert die Sicherheit für Velofahrer und Fussgänger (Langsamverkehr) in Aarwangen kaum. Der Rückbau der Durchgangsstrasse auf 6 Meter Breite macht den Sicherheitsgewinn durch die Fahrtenreduktion zunichte. Bei einem Temporegime von 50 km/h, Rechtsvortritten und der weiterhin hohen Frequenz von 9000 Fahrten ergeben sich für Velofahrer dauernd brandgefährliche Abbiege-, Überhol- und Kreuzungsmanöver.

Mit der Optimierung der Ortsdurchfahrt dagegen verbessert sich die Sicherheit von Velofahrern und Fussgängern gegenüber der aktuellen Situation. Insbesondere wirkt sich der viel grössere Strassenquerschnitt vorteilhaft aus (beidseitig Velostreifen, bessere Überhol- und Kreuzungsmöglichkeiten).

Die Variante Null+ belastet die Umwelt kaum. Der Bau einer Umfahrung führt dagegen zu grossem Kulturlandverlust und zu einer massiven Beeinträchtigung von Natur und Landschaft durch verschiedene Emissionen (Abgase, Lärm, Licht u.a.m.). Das sensible Smaragd-Gebiet Oberaargau wird durch die Umsetzung der Variante Null+ nicht tangiert.

Auch der Kostenaspekt spricht deutlich für die Variante Null+. Einerseits sind die Investitionskosten deutlich tiefer (nur rund 1/3 der Kosten einer Umfahrung), andererseits sind auch die Betriebs- und Unterhaltskosten geringer. Insbesondere bei der Umfahrung und den geplanten Kunstbauten (Tunnel, Brücke) ist zusätzlich mit negativen Überraschungen zu rechnen, wie vergleichbare Projekte immer wieder gezeigt haben Die Realisierung der Variante Null+ kann ohne zusätzliche Bundesmittel mit den reservierten Geldern aus dem Investitionsspitzenfonds vorgenommen werden.

Eine Abstimmung der Vorprojekte mit dem Agglomerationsprogramm Langenthal steht noch aus.

Die Grünen Oberaargau setzen sich ein für weitere Optimierungen der Variante Null+. Nach dem Variantenentscheid ist eine rasche Realisierung wichtig damit die Verkehrssituation in Aarwangen endlich verbessert werden kann.

Beilage:

Mitwirkung Verkehrssanierung Gruene Oberaargau

Für weitere Informationen:

Christine Badertscher, Präsidentin Grüne Oberaargau, 079 583 69 03
Fredy Lindegger, Vize-Präsident Grüne Oberaargau, 079 755 79 50