Neustrukturierung der Asylpolitik im Kanton Bern: Verstärkung der Integration ist notwendig

Die Grünen begrüssen ausdrücklich, dass der Kanton Bern den Asylbereich neu strukturiert. Damit soll die Integration von Asylsuchenden, die gute Chancen haben als Flüchtlinge anerkannt zu werden oder vorläufig Aufnahme finden, so rasch als möglich unterstützt werden. Die Grünen Kanton Bern verlangen, dass für die berufliche und soziale Integration von Flüchtlingen mehr Ressourcen zur Verfügung gestellt werden und der Kanton eine engagierte Zusammenarbeit mit der Berner Wirtschaft, den Bildungsinstitutionen und der Zivilgesellschaft pflegt.

Die erneute Auftrennung der Integration von Asylsuchenden, die eine Perspektive haben in der Schweiz zu leben einerseits, und der Vollzug der Aufgaben der Polizei- und Militärdirektion andererseits ist sachlogisch. Menschen, welche als ankerkannte Flüchtlinge oder vorläufig Aufgenommene längerfristig in unserem Kanton leben, sollen so rasch als möglich in ihrer beruflichen und sozialen Integration unterstützt werden. Zentral sind dabei Massnahmen im Bildungsbereich. So müssen vordringlich das Angebot an Sprachkursen und schulische Angebote wie Integrationsklassen für junge Erwachsene ausgebaut werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die rasche und nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt. Hier ist der Kanton gefordert, Hürden für Arbeitgeber im Bewilligungsverfahren rasch abzubauen. Im Gegenzug ist auch die Wirtschaft gefordert, ihre Verantwortung bei der Anstellung von Menschen mit Fluchthintergrund wahrzunehmen. Neben dem Zugang zu Bildungsinstitutionen und der Integration in die Arbeitswelt ist auch die Unterbringung ein wichtiges Element. Die Grünen erachten daher die Unterbringung bei Privaten nach der Einreise in die Schweiz als sinnvoll, wie diese auch das Projekt der Schweizerischen Flüchtlingshilfe «Flüchtlinge willkommen heissen – Private Unterbringung von Schutzbedürftigen» anbietet. Für die Teilnahme am Programm soll die Integration der Betroffenen im Zentrum stehen und nicht der Status der Personen. Die Grünen haben in der Septembersession eine dringlich erklärte Interpellation eingereicht und zwei kleine Anfragen gestellt.

Für weitere Informationen:

Natalie Imboden, Co-Präsidentin Grüne Kanton Bern, Grossrätin, 079 706 62 84
Hasim Sancar, Grossrat Grüne, 079 753 49 64