Verstärkung der integrierten Versorgung notwendig

Stellungnahme zur Versorgungsplanung 2016 gemäss Spitalversorgungsgesetz (SpVG)

Die Grünen Kanton Bern beurteilen die vorliegende Versorgungsplanung als differenziert und fundiert. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wird begrüsst, dass Schwerpunkte wie die palliative Versorgung, Post-Akut-Pflege und die ambulante Psychiatrieversorgung aus der letzten Versorgungsplanung übernommen wurden. Handlungsbedarf sehen die Grünen nach wie vor in der fehlenden Mengensteuerung über die Spitalliste. Aus Sicht der Grünen müssen neue Angebotsformen und Zusammenarbeitsmodelle gefördert werden, damit einer weiteren Zentralisierung entgegengewirkt und die Gesundheitsversorgung im ganzen Kanton gewährleistet- und bezahlbar bleibt.

Die Grünen Kanton Bern beurteilen die vorliegende Planungsgrundlage als sehr differenziert, fachlich fundiert und faktisch abgestützt und sehen diese als positive Weiterentwicklung gegenüber der 1. Versorgungsplanung. Dass in der Planungsperiode 2016 – 202o von der historisch gewachsenen Fragmentierung der Versorgung Abstand genommen und ihre Integration gefördert werden soll, begrüssen die Grünen. Ebenso die Absicht, dass von den Listenspitälern ausdrücklich erwartet wird, dass diese dem Leitgedanken der integrierten Versorgung folgen und sie mit den einweisenden, aber insbesondere auch den nachsorgenden Einrichtungen und Gesundheitsfachpersonen, nachhaltige Kooperationen aufbauen und weiter stärken sollen.  Die Grünen versprechen sich davon, dass Patientinnen und Patienten bei Bedarf wohnortnah und kontinuierlich versorgt werden und insbesondere unnötige Wartezeiten, Behandlungsunterbrüche, Mehrfach-Untersuchungen und Fehlbehandlungen vermieden werden können. Vor dem Hintergrund des demographischen Wandels wird ebenfalls begrüsst, dass Schwerpunkte wie die palliative Versorgung, Post-Akut-Pflege und die ambulante Psychiatrieversorgung aus der letzten Versorgungsplanung übernommen wurden.  Angesichts des Fachkräftemangels begrüssen die Grünen die Einführung einer Ausbildungsverpflichtung für nicht universitäre Gesundheitsberufe in allen Gesundheitsbetrieben und Massnahmen zum Erhalt und zur Gewinnung des Fachpersonals.

Bezahlbare Gesundheitsversorgung für alle statt Wettrüsten

Handlungsbedarf sehen die Grünen nach wie vor in der fehlenden Mengensteuerung über die Spitalliste. Dabei darf positiv beurteilt werden, dass die geforderten Fallzahlen zu einer Qualitätsverbesserung führen dürften. Auf der anderen Seite kann die Umsetzung auch zu falschen Anreizen, nämlich zu einer Erhöhung der Anzahl Eingriffe führen. Hier fordern die Grünen entsprechende Steuerungselemente, um einer solche Entwicklung entgegenzuwirken. Ebenso braucht es Massnahmen, die einer weiteren Zentralisierung entgegenwirken. Das Wettrüsten in den Zentren und die Schliessung von Abteilungen auf dem Land sind ernstzunehmende Zeichen. Gute Versorgungsketten verbessern die Qualität und können auch die Effizienz fördern. Das Vorantreiben der integrierten Versorgung hat eine grosse Bedeutung. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Anbieter muss – wo immer sinnvoll – gefördert werden. Ein Lösungsansatz sehen die Grünen in neuen Angebotsformen und Zusammenarbeitsmodellen und fordern darum, dass Gesundheitszentren und die interprofessionelle Zusammenarbeit stärker gefördert werden, damit die Gesundheitsversorgung im ganzen Kanton gewährleistet und bezahlbar bleibt. Die Grünen kritisieren dazu die fehlenden Zielvorgaben oder Anreize für die Spitäler.

Stellungnahme Versorgungsplanung (PDF)

Für weitere Auskünfte:

Andrea de Meuron, Grossrätin, Mitglied der GSOK (Kommission Gesundheit, Soziales) 079 695 75 75
Natalie Imboden, Co-Präsidentin Grüne Kanton Bern, Grossrätin 079 706 62 84