Von der Abfall- zur Kreislaufwirtschaft. Ein Gewinn für Umwelt und Wirtschaft

Im Grossen Rat in der Juni-Session eingereicht: Vorstosspaket Grüne Wirtschaft

Der beste Abfall ist jener, der gar nicht erst anfällt. Mit einem Paket von sechs Vorstössen verlangt die Grüne Fraktion, dass im Kanton Bern ein Wechsel beim Umgang mit Abfall und Entsorgung stattfindet: Nach dem ökonomischen Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist Abfall ein Rohstoff – die eingesetzten Rohstoffe werden wieder möglichst vollständig in den Produkti­onskreislauf zurückgeführt.

Die Zahlen erschrecken: 729 kg Abfall produzieren wir heute pro Kopf. Im Jahr 1990 waren es noch 603 kg pro Kopf. Dies zeigt der soeben publizierte Bericht „Ent-Sorgen?“ des Bundesamts für Umwelt (Bafu). Dessen Direktor Marc Chardonnens hat zum Tag der Umwelt am 5. Juni 2016 dazu festgestellt. „Die Vermeidung von Abfällen an der Quelle steckt noch in den Kinderschuhen.“ Die Berge von Siedlungsabfällen wachsen, sei es in Form von steigenden Nahrungsmittelabfällen oder aufgrund einer kürzeren Lebenszeit von elektroni­schen Geräten.

Das Hauptproblem ist jedoch nicht die bereits gut organisierte Entsorgung, sondern der hohe Ressourcenverbrauch. Würde die gesamte Welt im selben Ausmass wie die Schweiz konsumieren, wären fast drei Planeten erforderlich. Der beste Abfall ist jener, der gar nicht erst anfällt. Deshalb sind die Anstrengungen zur Abfallvermeidung zu verstärken. Nur wo Abfall nicht ver­mieden werden kann, soll auf die Verminderung und schliesslich auf die Verwer­tung zurückgegriffen werden.

Nach dem ökonomischen Prinzip der Kreislaufwirtschaft ist Abfall ein Rohstoff – die eingesetzten Rohstoffe werden wieder vollständig in den Produkti­onskreislauf zurückgeführt. Von diesem Ansatz profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Wirtschaft – die Materialkosten können gesenkt werden. Dies ist auch der Ansatz, der die Volksinitiative „für eine nachhaltige und ressourceneffiziente Wirtschaft (Grüne Wirtschaft)“ verfolgt, über die wir am 25. September abstimmen werden.

Sixpack „Grüne Wirtschaft“

Mit einem Vorstosspaket fordern die Grünen einerseits eine Überarbeitung des kantonalen Sachplans Abfall mit dem Ziel, gemäss neuen Bundesvorgaben mehr Gewicht auf die Abfallvermeidung zu legen, und andererseits griffige Vorgaben im öffentlichen Beschaffungswesen. Die Förderung von Leitungswasser an Stelle von Mineralwasser und der Beitritt des Kantons Bern zur Initiative „Blue Community“ ist Gegenstand eines weiteren Vorstosses. Zwei Vorstösse haben die Kunststoffe zum Thema und verlangen zusätzliche Bemühungen zu deren Vermeidung und Wiederverwertung. Eine Motion fordert vom Kanton und kantonseigenen Unternehmen den Rückzug aus Investitionen in fossile Energien.

Vorstosspaket Grüne Wirtschaft (PDF)

Für weitere Auskünfte:

Andrea De Meuron, designierte Fraktionspräsidentin, Grossrätin Grüne, Mobile: 079 695 75 75
Bruno Vanoni, Fraktionsvizepräsident, Grossrat Grüne, Mobile: 079 405 65 52
Natalie Imboden, Co-Präsidentin, Grossrätin Grüne, Mobile: 079 706 62 84