Am 20. Juni 2014 haben die Grünen Kanton Bern zusammen mit den unterstützenden Organisationen (Pro Natura Bern, WWF Bern, greenpeace Regionalgruppe Bern und EVP Kanton Bern) die Stopp-Fracking-Initiative eingereicht (siehe Medienmitteilung vom 20. Juni 2014). Der Regierungsrat empfiehlt die Initiative zur Annahme (siehe Medienmitteilung vom 23. April 2015).

Die Stopp-Fracking-Initiative verlangt, dass die Förderung von Erdgas und Erdöl aus nicht-konventionellen Lagerstätten im Kanton Bern verboten wird. Die Absicht eines Erdölförderkonsortiums, in Rapperswil Erdgas zu fördern und dabei allenfalls auch die Fracking-Methode einzusetzen, zeigt, dass ein Fracking-Verbot dringend nötig ist.

Wieso braucht es die Stopp-Fracking-Initiative?
Internationale Erdöl- und Erdgaskonzerne und -Konsortien liefern sich derzeit hinter den Kulissen einen wahren Wettstreit um die Verteilung von Schürfbewilligungen – auch im Kanton Bern. Die von ihnen beauftragten Lobby-Organisationen bereiten währenddessen den Boden, um die Akzeptanz der umstrittenen und umweltschädigenden Fördermethode zu verbessern. Wenn wir nicht in die Falle der finanzkräftigen Erdöllobby tappen wollen, dann müssen wir heute unterbinden, dass es im Kanton Bern jemals zur Förderung von Schiefergas kommt.

Die wichtigsten Argumente für die Stopp-Fracking-Initiative

  • Fracking vergiftet Boden und Wasser: Der beim Fracking verwendete Chemikaliencocktail bedroht die Qualität der Grund- und Oberflächengewässer und damit des Trinkwassers.
  • Fracking untergräbt die Energiewende: Mit der Förderung von Schiefergas wird ein zusätzliches Potenzial an fossilen Ressourcen erschlossen. Die Abhängigkeit von fossilen Ressourcen wird verlängert – und der Umstieg auf erneuerbare Energien damit torpediert. Das ist weder energiepolitisch noch volkswirtschaftlich sinnvoll.
  • Fracking belastet das Klima: Schiefergas ist nicht nur deshalb klimaschädigend, weil bei der Verbrennung von Gas CO2 freigesetzt wird, sondern auch, weil die Förderung und der Abtransport überdurchschnittlich viel Energie benötigen. Beim Fracking entweichen grössere Mengen an Methan in die Luft und ins Grundwasser; Methan ist 25 Mal klimaschädigender als CO2 und heizt das Klima an. Schliesslich: Die Schiefergasförderung führt nicht zum Ersatz von Kohle und Erdöl, sondern zu einer Ausweitung des Verbrauchs fossiler Ressourcen.
  • Fracking führt zu Landverschleiss: Der für die Erschliessung der Bohrfelder erforderliche Landbedarf ist enorm (Strassen, Tanks, Abwasserbecken, Lagerplätze, Stellplätze usw.). Der Umstand, dass wegen der raschen Erschöpfung der Lagerstätten immer neue Bohrlöcher erschlossen werden, verschärft den Landverschleiss zusätzlich. Neben dem Landverbrauch erzeugt Fracking eine hohe Lärm- und Verkehrsbelastung, da das geförderte Gas in der Regel nicht per Pipeline, sondern per Lastwagen abtransportiert wird.
  • Fracking produziert gefährliche Abfälle: Das beim Fracking verwendete Wasser-Sand-Chemikaliengemisch muss speziell entsorgt werden. Ähnlich wie bei den radioaktiven Abfällen besteht keine Lösung für die Entsorgung dieses Flowbacks. Bei Lecks am Bohrloch drohen unkontrollierte Vergiftungen und Verschmutzungen durch die giftigen Flowbacks.
  • Fracking nützt nur ausländischen Grossfirmen: Im Gegensatz zu erneuerbaren Energien profitieren vom Fracking-Boom allein wenige multinationale Grosskonzerne – und nicht die einheimische, regionale Wirtschaft.

Mehr Informationen
www.stopp-fracking.ch